Das eine ist die Rechtslage.
Nein, Sex in der Öffentlichkeit ist nicht grundsätzlich verboten. Wenn allerdings jemand Anzeige erstattet, dann ist zumindest mal der Tatbestand "Erregung eines Ärgernisses" gegeben, denn der hat sich ja geärgert, sonst würde er das nicht anzeigen. Zu klären ist jedoch immer "öffentlich" (nicht jeder frei zugängliche Ort ist automatisch als "öffentlich" i.S. des Gesetzes zu werten, da haben Richter und Polizisten viel Spielraum) und der im Strafrecht immer erforderliche Tatvorsatz (wobei es dabei um den Vorsatz geht, die verbotene Handlung tatsächlich auszuführen und nicht um den, sich strafbar zu machen - "aus Versehen" hat man ja nun sicher auch keinen Sex).
Das andere sind die immer gleichen Diskussionen über das verhalten von Männern an Seen und auch auf Parkplätzen.
Häufig ist das berechtigte Kritik. Einige Herren
und Damen benehmen sich da wirklich unterirdisch.
Ich habe aber eben auch den Eindruck, daß - ebenfalls beide Seiten - oft mit divergierenden, unrealistischen oder einfach nicht funktionierenden Vorstellungen solche Orte aufsuchen.
Das gilt für einige Männer, die eher auf der Suche nach einem kostenlosen Puff sind als nach einem erotischen Treffen, und sich auch so benehmen. Da werden dann Paare stundenlang regelrecht belagert, mithin sogar mit doofen Sprüchen zu Aktivität aufgefordert. Ich habe noch kein einziges Mal erlebt, daß das funktioniert hat. In aller Regel hauen die Mädels irgendwann vergrätzt ab. Auch miteinander über die "Willigkeit" der Damen zu diskutieren - möglichst so, daß diese es noch mitkriegen - oder gelangweilt den Smartphone-Chat zu bedienen turnt die Mädels nun wirklich ganz sicher nicht an.
Aber auch die Vorstellung mancher Paare und Damen, man würde nachts um 22:30 am Baggersee oder Parkplatz Herren antreffen, die Interesse hätten, erst einen Kaffeeklatsch zu veranstalten und sich "zu beschnuppern" bevor man dann ganz intim im kleinen Kreis zur Sache kommt, ist doch mal ganz ehrlich betrachtet einfach Blödsinn. Wenn Ihr solche Männer sucht, geht zu ner Tanzveranstaltung, in eine Bar, in ein Café, in eine Disco, benutzt Tinder oder schaltet ne Anzeige. Ein Outdoor-Sextreffpunkt ist dafür einfach der sinnloseste Platz ever. Dort geht man hin, wenn man ohne lange Anlaufzeit zur Sache kommen oder zuschauen und genießen will, nicht um zu reden.
In der Praxis artet das dann auf die immer gleiche Pattsituation aus: wenige Pärchen und sehr selten einzelne Damen, die mit ihren Begleitern dasitzen, über Gott und die Welt reden, meist auch Kette rauchen und - auf was eigentlich? - warten, umringt von Horden von Männern, die mehr oder weniger geifernd und wichsend drum rum stehen und warten, daß was passiert. Die Mädels fühlen sich immer mehr bedrängt und abgetörnt, die Jungs ziehen immer gelangweilter und enttäuschter immer noch engere Kreise. Am Ende verläuft sich alles ohne daß irgendwas passiert ist. In Foren beschweren sich dann die Mädels wahlweise über die Belagerung oder über die langweiligen Männer die sich nicht trauen, sie anzusprechen und die Herren über die inaktiven Mädels, die den ganzen Abend nur schauen und reden aber nix machen. Schade.
Denn:
Es gibt durchaus ein paar Ansätze, in denen Outdoor-Gruppensex gut funktioniert. Unkoordinierter Blümchensex mit zufällig getroffenen Fremden gehört nur leider eher nicht dazu.
Meist haben es die Paare bzw. Damen mit ihrer Herangehensweise in der Hand, wie sich die Situation entwickelt. Sie sollten sich vorher genau überlegen, was sie eigentlich erleben möchten, und zielstrebig sein:
Wer eher unter sich oder unter einigen wenigen Paaren bleiben möchte und keinen extremen Herrenüberschuß sucht, kann das outdoor durchaus haben - nur eher nicht zufällig, sondern indem man vorher Leute per Inserat sucht und dann einen eher ruhigen, nicht so bekannten Platz für ein vereinbartes Treffen nutzt, von dem sonst niemand weiß.
Was auch meistens funktioniert ist, als Paar/Dame zu passender Zeit an den bekannteren Plätzen aufzutauchen, evtl. zusammen mit Leuten die man vorher woanders getroffen hat, und wirklich direkt ohne Anlaufzeit loszulegen. Wer keine Mitspieler will, braucht aber eine Abschirmung oder "Wagenburg" und muß "Aufpasser" mitbringen. Wer nicht zu wählerisch ist und extremeren Herrenüberschuß oder Bukkakke sucht, wird auf die Art fast immer ein geiles Erlebnis haben. Auch ein Dom, der seine Sub öffentlich vorführen will (oder umgekehrt), kann da mit Erfolg rechnen. Hier kann auch ein Inserat mit Bekanntgabe von Ort und Zeit sinnvoll sein - man muß sich aber darüber klar sein, daß dann wirklich viele Männer kommen.
Als Frau/Paar inaktiv auf Herren zu warten, die einen spontan ansprechen, funktioniert hingegen nach meiner Beobachtung seltenst bis gar nicht. Und je länger man wartet, umso größer wird auf beiden Seiten die mentale Hürde, irgendwas zu machen, umso größer wird die Belagerung durch Spanner und umso mehr Unsicherheit macht sich breit. Am Ende sitzt man den ganzen Abend nur da und redet und qualmt. Das könnte man woanders gemütlicher haben.
Bedenken sollte man ggf., daß Dunkelheit die Sicht behindert. Aus 5-10m Entfernung ist selbst bei einer hellen Mondnacht z.B. kaum noch wirklich zu erkennen, ob eine Frau in einem leichten Sommerkleid oder splitternackt im Auto sitzt - außer sie macht die Innenraumbeleuchtung oder ein anderes Licht an, das Handy-Display reicht meist schon. Damit kann man kilometerweit sichtbar werden. Auch am See oder im Wald.
Und bitte auch bedenken: alle Herren lesen seit ewigen Zeiten endlose Beschwerden von Frauen in den Foren, die sich zum Teil schon bei zufälligen Berührungen in Swingerclubs und Pornokinos über eine regelrechte sexuelle Belästigung echauffieren. Mag ja deren gutes Recht sein, aber dann kann man den Herren bei anderer Gelegenheit nicht vorwerfen, wenn sie erstmal abwarten, bis ein anderer sich die Standpauke geholt hat oder klar ist, daß Mitspieler jetzt wirklich erwünscht sind. Und ja, notfalls muß Frau halt auch mal deutliche Worte nutzen, um Herren ranzuholen.
Und noch was speziell für die Parkplatzbesucher: die Leute suchen in aller Regel bewußt dunkle Orte auf, wenn sie sich zu sowas treffen. Da braucht man eines (außer im oben genannten Fall) gaaaaanz sicher überhaupt nicht, und das ist: künstliches Licht. Weder wollen die Leute minutenlang vom Autoscheinwerfer angeleuchtet (oder ganz schlimm: von auf dem Parkplatz kreisenden Autos beobachtet) werden, noch mögen sie es, wenn man mit Taschenlampen, Handys, Feuerzeugen und sonstigen Lichtquellen rumfuchtelt.
Fahrt am besten einfach zügig auf den Parkplatz, stellt die Karre ordentlich hin und schaltet dann alles Licht am Auto aus. "Coming Home" und "Leaving Home" solltet Ihr schon zuhause deaktiviert haben - außer Ihr seid eine Frau oder ein Paar und sucht Männer.
Das gleiche gilt am Baggersee für alle Arten von Beschallung. Wir sind in der Natur und unter Naturisten. Ein kleines, leises Radio wird sicher toleriert, aber wenn man es in 5m Entfernung noch hört, ist es einfach zu laut.
So, das war jetzt viel Text, aber das mußte mal geschrieben werden finde ich.