Dankbarkeit
Es gibt diese Menschen, die wie aus dem Nichts auftauchen.Sie sind einfach da, ohne dass man nach ihnen gesucht oder gefragt hätte.
Sie werden wie von allein ein Teil deines Lebens, und nach kurzer Zeit fühlt es sich bereits so an, als wären sie schon lange ein Teil davon. Sie tun dir gut, einfach dadurch, dass sie da sind, zuhören, dir ihre Zeit schenken. Ohne zu verlangen, einfach nur, weil sie so sind, wie sie sind.
Ich hatte nun schon zum zweiten Mal das Glück, einen solchen Menschen zu treffen.
Und das in einer Situation, in der ich jede Hilfe, jeden Halt verdammt gut gebrauchen konnte.
Er war plötzlich da, wir unterhielten uns, und schütteten uns irgendwann gegenseitig unser Herz aus. Er wurde nach und nach zu einem Anlaufpunkt für mich, hielt immer ein Kissen bereit, um es mir auf dem Boden der Tatsachen bequemer zu machen. Fürsorglich, vom ersten Tag an, und immer ein offenes Ohr, hielt er bei Bedarf auch einen guten Ratschlag, jederzeit eine ehrliche Meinung parat.
So lernten wir uns immer besser kennen, zunächst übers Schreiben, bis wir uns irgendwann real kennen lernten.
Und da war sie... Die Ausstrahlung, diese unterschwellige Dominanz, die mich in seinen Bann zog.
Bis der Tag kam, an dem ich ihm die Frage stellte, ob er gewillt wäre, bei / mit mir die Scherben seines Vorgängers weg zu räumen. Und davon gab es reichlich!
Zu meinem Glück sagte er Ja, und es begann eine Reise, die ich so nicht erwartet hätte. Langsam, Stück für Stück, tasteten wir uns voran, ich erzählte ihm von meinen Triggern, und er führte mich vorsichtig an sie heran. Er verbannte die schlechten Erinnerungen, und ersetzte sie durch gute. Er hatte Geduld, er drängte mich nicht, und dennoch führte er mich mit sanftem Nachdruck immer ein Stück weiter, ein Stück näher an meine Grenzen, legte seine Finger in meine Wunden, um sie auf wundersame Art heilen zu lassen.
Und je mehr er mir Gutes tat, umso sicherer fühlte ich mich bei ihm, umso mehr vertraute ich ihm, und nach und nach kroch ein altbekanntes, jedoch weit weg geschobenes Gefühl in mir hoch. Devotion!
Es war lange her, dass ich sie gespürt hatte. Und er gab mir nun den Rahmen, um sie (neu) zu entdecken, ihre Tiefe zu begreifen, sie anzunehmen und auszuleben.
Nie hätte ich gedacht, das sie so tief gehen konnte.
Doch er gab mir die Möglichkeit, sie zu entdecken.
Er ist in der kurzen Zeit nicht nur mein Gefährte in der dunkelbunten Welt geworden, sondern ein Vertrauter, ein guter Freund, ein Anlaufpunkt, den ich nicht mehr missen möchte.
Und auch, wenn sich unser Weg nun in einem Bereich trennt, so wird er doch der bleiben, der er von Anfang an war; ein Mensch, der mein Leben bereichert.
Ein Mensch, dem ich unheimlich dankbar bin, weil er immer für mich da war, und hoffentlich auch noch lange da sein wird, so wie ich es für ihn sein werde.
Wie dankt man nun einem solchen Menschen, der einem geholfen hat, wieder auf die Beine zu kommen, die Scherben zusammen zu fegen, und etwas Neues, Großes, Wundervolles daraus zu bauen?
Wie dankt man einem Menschen, der einem den Mut gegeben hat, weiter zu machen, der einem die Freude am BDSM zurück gegeben hat, der einem half, selbst die letzte große Hürde zu überwinden?
Vielleicht schreibt man all dies einfach nieder, und lässt es ihn lesen. Und lässt ihn wissen, dass er immer einen besonderen Platz im Herzen haben wird.
Auf hoffentlich viele weitere gute Gespräche, nicht unbedingt auf dem Boden der Tatsachen, sondern lieber mit einem Drink in der Hand auf der Couch.