abgenabelt-angekabelt teil I
Nada es verdadnada es mentira
todo es del color del cristal
con que se mira
( span. Sprichwort)
Sollte ich es geahnt haben, oder sollte ich es bereits gewusst haben,
dass in dieser Welt, in die ich hineingezerrt wurde,
in der die sogenannte Realität nichts anderes ist, als ein kollektiver
Schein, eine massenkompatible Psychose, ein Mythos, dem auch,
und vor allem der Dümmste folgen kann-- folgen muss--
--folgen können muss.
• in einer Welt wo jeder glaubt was er will und was ihm grad
gelegen erscheint, und hierbei noch der kleinste gemeinsame
Nenner gesucht wird,
dass in einer Welt eine hübsch zum Besten gegebene
Un- oder- Halbwahrheit allemal lieber gesehen wird als eine
unbequeme Verwirrung stiftende Wahrheit.
Das einzig Beständige war die Unbeständigkeit und der Tod.
Gab es überhaupt so etwas wie Leben vor dem Tod-- ?
oder - nur - nachher, wie uns christliche Mystiker einzureden
versuchen, um uns Unerträgliches erträglicher zu machen
und uns, ohne Gewähr natürlich, auf später vertrösten zu können.
Genau genommen handelt es sich nur um ein sehr kurzes blitzartiges
Aufflackern in einer unendlich langen Nacht.
Warum wurde einem dieser Umweg aufoktruiert. Warum wurde
Man nicht gleich in ein offenes Grab hinein geboren?
Erde drauf - Schaufel drauf – Ei drüber – Gras über die Sache wachsen lassen.
Na gut die anderen können ja machen, was sie wollen, tun sie eh.
ABER -- WAS--hatte-- ICH-- an so einem Platz verloren???
• Warum sollte ich meinen vor achteinhalb Monaten bezogenen, flauschigen in
einem warmen Rotton gehaltenen, kuschligen Uterus, an den ich mich
gewöhnt hatte und, der für mich gemacht schien, mir- nichts dir- nichts,
verlassen?
Üblicherweise pflegt man Orten oder Personen, die einem vertraut sind nur, wenn
zumindest die vage Hoffnung besteht, dass man sich damit in irgendeiner Form
verbessert oder eine Situation sich als unerträglich darstellt, den Rücken zuzuwenden.
Beides war jedoch nicht der Fall. Darüber hinaus glaube ich, konnte ich mir zu
diesem Zeitpunkt weder unter „Hoffnung“, noch unter „Verbesserung“ irgend eine
Vorstellung machen. Ich mutmaße sogar, dass ich noch nicht einmal in der Lage war
mir überhaupt etwas vorzustellen. Es fehlte mir einfach an Erfahrung hierfür.
Es ist auch im Bereich des Möglichen, dass meine hohe Affinität zu
spelunkösen Ambiente bereits angelegt war. Dunkel, feucht, und erst
bewegen, wenn man rausgeschmissen oder noch besser natürlich
getragen wird .Dies sollte auch ein Muster in meinem Leben bleiben
auch, wenn es dann eher die Wände meines Magens sein sollten,
die in Wallung gerieten
In jedem Fall wollte ich mitnichten dieses „All-inclusive-Arragement“ für eine
äußerst diffuse Zukunft preisgeben.!!
Dies war die Erste und vielleicht sogar einzig vernünftige Entscheidung
meines „Lebens“.
Bewusst wurde mir diese Tatsache erst nach langen Jahren, als es natürlich bereits
viel zu spät sein sollte. Ganz abgesehen davon sollten meine Absichten, die ich in
Bezug auf mich hatte, mit denjenigen, die Andere mit mir hatten,
nicht nur inkongruent sein, sondern in gewisser Weise sogar diametral eingesetzt.
Ich für meinen Teil beschloss zu bleiben, wo ich war, nachdem erste Anzeichen auftraten,
dass wer auch immer es war, irgendwas dagegen hatte.
Die Wände meiner Wohnung gerieten in Wallung, mir wurde ziemlich schwindlig
und übel. Wenn ich etwas gegessen hätte, hätte ich sicher gekotzt wie ein Reiher.
Aber ich glaube auch nicht, dass es von einer besonders guten Kinderstube
zeugt, wenn man seiner eigenen Mutter in die Gebärmutter bricht, selbst
wenn sie selbst schuld sein sollte. Wie dem auch sei, als ich bemerkte, dass
ich durch immer stärker und häufiger
werdende Kontraktionen in Richtung eines langen pulsierenden Kanals gedrängt
wurde, beschloss ich , dies mit allen mir zur Verfügung stehenden Mitteln zu verhindern.
Wobei die Möglichkeiten die ich hatte, zugegebenermaßen ziemlich beschränkt waren.
In dieser Situation in der die Wände meiner Einraumwohnung also mit großer
Zielstrebigkeit darauf bedacht waren, mich auf den äußerst hart umkämpften
freien Markt zum werfen, blieb mir eigentlich nur die Option meinem Instinkt zu folgen
und mich -- querzustellen.
Die Impulse jedoch, wurden immer häufiger und stärker.
In meiner Querlage konnte ich sie jedoch relativ gut parieren. Den koageligigen
Höllenschlund vor Augen sah ich nur noch rot. Eine ausgeprägte Zornesader
an meiner Stirn schwoll bis zum Bersten an.
Der Druck auf mich noch äußerst unschuldiges Wesen
• gut ich wurde zwar mutmaßlich nicht gerade unbefleckt empfangen, aber recht viel
mehr konnte man mir zu diesem Zeitpunkt nicht unterstellen-
verstärkte sich nochmals.
Später erfuhr ich ,dass man wohl, da meine Renitenz
• wie es auch später noch häufig der Fall sein sollte – nicht bei Allen, in diesem
speziellen Fall handelt es sich hauptsächlich um Hebamme und Mutter,
besonders gut ankam, versucht hatte durch gezielte und vorsätzliche Manipulationen,
mich auf den – für aussenstehende- „ Rechten Weg " zu bringen.
Diese Zwangsmaßnahmen jedoch entfachten meinen Kampfgeist erst recht.
Dermaßen unter Druck gesetzt, sah ich mich noch mehr in meiner Ahnung bestätigt, dass man mich gegen meinen Willen, ohne etwas verbrochen zu haben, geschweige, in irgend einer Form mit Mietzahlungen im Rückstand zu sein, vollkommen ungerechtfertigt, zwangsumsiedeln wollte. Aus dem Paradies werfen ohne einen Apfel auch nur zu Gesicht bekommen zu haben, geschweige überhaupt die Chance gehabt zu haben in einen solchen zu beissen und dies nicht nur aufgrund meines noch nicht vorhandenen Kauapparates.
Langsam wurde es zwar ziemlich unwirtlich, unbequem und auch sehr beengt. Stroboskopartig, im Takt der Wehen, blitzte bereits Helligkeit in meine Spelunke.
Es konnte sich eigentlich nur um eine kleine Filiale des Fegefeuers handeln.
Ich blieb standhaft ( wie es paradoxerweise in dieser weiblichen Region, in der ich mich befand, später eher gerne gesehen wurde. Aber: „ alio quod tempore "),
fühlte mich bereits als sicherer Sieger, zumal die Attacken an Heftigkeit und Häufigkeit
nachzulassen begannen. Was mich jedoch stutzig hätte werden lassen müssen, vermittelte
mir ein Gefühl der Sicherheit. Meine noch sehr knapp bemessene, wenn nicht im eigentlichen
Sinn noch gar nicht vorhandene, Lebenserfahrung mache ich dafür verantwortlich, nicht
erkannt zu haben, dass es sich dabei lediglich um die sprichwörtliche Ruhe vor dem Sturm
handeln sollte, beziehungsweise, dass „Sein“ und „Schein“, nicht nur verschiedene
Erlebnisebenen darstellen, sondern oftmals das genaue Gegenteil sein können und sehr
häufig auch sind. Genau genommen hätte mir jedoch auch die Kenntnis dieser trivialphilosophischen Zusammenhänge nicht direkt weitergeholfen.
Nicht einmal die Bekanntschaft Cäsars, der zwar als Namensgeber der mir zugedachten
Methode fungierte, sie aber an sich selbst auch nicht verhindern konnte, hätte mir helfen können. So kam es also, wie so oft im „Leben“, wie es wohl kommen musste – Ich – von
den „ Segnungen“ der modernen Medizin nichtsahnend, geschweige wissend – meinen
vermeintlichen Triumph im Stillen genießend, wurde plötzlich und unvermittelt, von zwei
riesigen, gelb behandschuhten Pranken gepackt und hinterrücks aus meinem lieb gewordenen
Etablissement gezerrt. Reflexartig versuchte ich noch mich irgendwo festzuhalten.
Aber wo? Und vor allem – Wie?
Bereits die Fruchtblase stellte eine für mich unüberwindliche Barriere dar. Also griff ich mir
die Nabelschnur. Der Effekt war natürlich der gleiche, wie wenn man sich an einem Ast festhält, der unter einem wegbricht. Kurzzeitig keimte Hoffnung auf, wenn man sich an etwas klammern kann, man schlägt aber deswegen genauso hart auf dem Boden auf.
Geschockt von einer derartigen Portion Dreistigkeit und geblendet vom „Licht der Welt“, das
ich erblicken sollte, und das sich mir in Form einer achtstrahligen OP – Leuchte von Osram mit
200 Watt Leistung und sterilisierbarem Gummiknauf offenbarte, vergaß ich, nachdem man mir eine Art Bungeeseil vom Bauch schnitt und ich mit voller Wucht ins Leben eingeschlagen bin, zuerst einmal das Atmen.Obwohl--kann man hier überhaupt von„Vergessen“ sprechen,wenn man etwas noch nie getan hat? Ganz abgesehen davon glaub ich, wie ich mich kenne wollte ich einfach nicht- und wer sollte mir das verdenken?
Ich wurde ja bisher, ohne groß darüber nachzudenken zu müssen in gewisser Weise automatisch mit Sauerstoff beliefert. Jetzt erwartete man von mir plötzlich anscheinend, dass ich selbst die Initiative ergriff. Dieser unvermittelten und überbordenden Erwartungshaltung
konnte und vor allem wollte ich nicht gerecht werden. Ich war eh´ schon blau und bei weitem runzliger als viele betagtere Artgenossen, die den umgekehrten Weg gehen. Und wurde immer blauer, zyanontischer um genau zu sein, und eventuellen Missverständnissen vorzubauen.
Um diesen Zustand zu beenden und mich für meinen geleisteten Widerstand zu bestrafen schlug man mir mit gelben Gummihandschuhen, an denen angetrocknete Blutkoakel und Nachgeburtsfetzen hingen, dermaßen vehement auf den noch entblößten Hintern, dass ich nicht anders konnte als --- einen Atemzug zu machen. Darüber was sich dieser mutmaßliche Gummifetischist herausnahm, war ich dermassen entsetzt,dass ich ihn "stante pede" angezeigt hätte-- wegen --1. sexuelle Belästigung, 2. Unterlassen eines Schwangerschaftsabbruches und - natürlich --3. Nötigung(zum Leben).
Er hatte sich jedoch um nicht erkannt zu werden etwas vor sein Gesicht gebunden und um keine Fingerabdrücke auf meinem Allerwertesten zu hinterlassen trug er besagte Gummihandschuhe. Dieser erste Atemzug verwandelte sich umgehend, als ich ihn über die Stimmbänder wieder nach aussen entlies zu meinem ersten Protestschrei - ich schrie an gegen --- die Ungerechtigkeit, die mir bereits in sehr jungen Minuten wiederfahren sein sollte-
gegen--- Zwangsumsiedlungen im Allgemeinen und gegen meine im Besonderen – gegen --den Hunger auf der Welt, der durch mich höchstens noch größer werden würde – gegen –-- ich weiß nicht was noch Alles – gegen --- den Vietnamkrieg;- Notstandsgesetze, -Franz Joseph Strauss --– usw. – --prophylaktisch, ---wenn schon mal jemand zuhört!!!!
Das eben erst „erlernte“ Atmen wurde mir damit nicht erleichtert.
Nicht nur meine Lebensader wurde mir damit durchtrennt, NEIN damit begnügte man sich keineswegs. Nein auch aus meiner Wohnung wurde ich hinausgejagt, geschlagen, und nackt zur Schau gestellt wurde ich obendrein. Eine Ahnung von unheimlicher Gefahr stieg in mir auf, seit ich von meiner Mutter getrennt war. Ich befand mich plötzlich und unvermittelt in einem völlig falschen Film, der zudem noch ziemlich überbelichtet schien.
Ich kam mir vor wie ein 13-jähriger, der von seiner Erziehungsberechtigten in der irrigen Annahme, dass es sich bei dem Film „Im tiefen Tal der Superhexen“ um einen netten Märchenfilm handeln müsse, im Kino abgeliefert wird um sich in einem für damalige Verhältnisse eher härteren Porno von Russ Mayer wiederzufinden ( was ich selbstredend in fortgeschrittenen Alter auch noch live miterleben sollte ). Ebendieser war dafür bekannt, ausschließlich mit Darstellerinnen mit überdurchschnittlich großen Brüsten zu arbeiten.
Solche Exemplare waren auch die ersten wirklich herausragenden Bekanntschaften mit dieser Welt. Denn auf solche, wie die unter ihnen befindliche Frau ebenfalls massiv geschwängert wirkende Exemplare, wurde ich zuerst einmal, allerdings nur kurz, gepresst. Die Frau unter den Brüsten stellte sich mir übrigens als „Mama“ vor, was auch immer das sein sollte-vielleicht so etwas wie ein Immobilienmakler, der einem behilflich sein konnte eine neue Bleibe zu finden.?.? Wie man sieht war meine Vorstellung von der „Welt“ noch sehr bruchstückhaft und diffus.