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Sinnliche Intelligenz (Erörterung)

Sinnliche Intelligenz (Erörterung)
Sinnliche Intelligenz

Beide Worte haben, jeweils für sich gesehen einen hohen Stellenwert im menschlichen Erleben. Sie scheinen in ihrer Bedeutung völlig unterschiedlichen Bereichen an zu gehören und wirken in dieser Zusammenstellung erst einmal befremdlich.
Was diese Verbindung in meinen Augen jedoch unumgänglich, ja notwendig macht, werde ich in folgenden Zeilen ausarbeiten.
Meine Überlegungen sollen nicht der Weisheit letzter Schluss sein. Sie wollen lediglich Denkanstöße geben, deren Weiterführung und Verbreitung die Chance vergrößert, unseren Kindern und ihrer Umwelt eine lebenswerte Zukunft zu ermöglichen.




Was ist intelligentes Handeln?
Unter heutigen Gesichtspunkten könnte Mensch es so formulieren:
Intelligentes Handeln ermöglicht einem Wesen in seiner Umgebung zu überleben und gleichzeitig das Überleben seiner Art zu sichern und zu fördern.

Diese Definition wirkt auf den ersten Eindruck sehr verkürzt und einfach, wift bei eingehender Betrachtung jedoch einige grundlegende Fragen auf, deren Beantwortung erst den Sinn dieser Formulierung erschließen.

Bis vor einigen Jahren, wurde Intelligenz nur auf intelektuelle Fähigkeiten bezogen. Die Testmethoden waren an den Fähigkeiten ausgerichtet, die die Fragesteller oder deren Auftraggeber als maßgebend für ein erfolgreiches Leben in der jeweiligen Gesellschafts- und Wirtschaftsordnung erachteten.
Dies führte dazu, dass Unterschichtkinder, die geschickt eine Seifenkiste aus Schrott bauen konnten, als weniger intelligent befunden wurden, als Mittelschichtkinder, die sich eine komplizierte Formel merken und sie in einer Prüfung auf dem Papier anwenden konnten.
Nach diesen Kriterien war es kein Widerspruch, dass ein Waffenhändler oder Erfinder von Massenvernichtungswaffen als hochintelligent eingestuft wurde und nach landläufiger Meinung immer noch wird.

Die Erkenntnis, dass unsere ausufernde Lebensweise die Lebensgrundlagen der Menschheit gefährdet,
ließ an dieser Sichtweise Zweifel aufkommen und so wurde in Kreisen der Mittelschicht die sogenannte Emotionale Intelligenz postuliert. Diese soll der menschlichen Fähigkeit zur Bindung Rechnung tragen, indem sie die dafür notwendingen sozialen Fertigkeiten für eine Bewertung von Intelligenz mit in Erwägung zieht.
In wie weit dies in heutigen gebräuchlichen Intellgenztests berücksichtigt wird, entzeiht sich meiner Kenntnis. Doch wenn ich mir die Besetzung von wichtigen Positionen in Wirtschaft und Politik vor Augen führe, deren Entscheidungen in oben genanntem Licht betrachte, komme ich zu der Einschätzung, dass diese Sichtweise von Intelligenz noch nicht deren Beifall findet; geschweige denn den Beifall der Bevölkerung.

Die ist zwar betrüblich und begründbar aber für die hier folgenden Betrachtungen vorerst nicht von Belang.

Warum nun stelle ich hier eine neuerliche Erweiterung des Intelligenzbegriffs zur Debatte, wenn die letzte noch nicht umgesetzt ist?

Meine Antwort darauf ist, dass die Erweiterung auf die emotionalen Aspekte der Intelligenz zwar notwendig, jedoch nicht grundlegend genug ist, um den Belangen der von mir zu Anfang postulierten Definition gerecht zu werden.

Grundlegend in dem Sinne, dass zu jeglicher Entscheidung und daraus folgender Handlung die vollständige Funktionfähigkeit der Sinne, das heißt der Kanäle, durch die wir unsere Informationen erhalten, gewährleistet sein muss.

Beispiele, die dies untermauern, lassen sich in allen Lebensbereichen finden.

Durch die Technisierung der Produktion lebenswichtiger Waren und die daraus folgende Spezialisierung beschränkt sich die Ausbildung der taktilen Fähigkeiten in zunehmendem Maße auf
das weitesgehend undifferenzierte Drücken oder Berühren von Tasten. Durch langjährige Tätigkeit erworbene Fertigkeiten in handwerklichen Berufen gehen somit weitestgehend verloren.

Desgleichen verlieren unsere Zungenpapillen, durch in Massenproduktion hergestellte Nahrung mit ihren dafür nötigen Zusatzstoffen und den Geschmachsverstärkern, an Unterscheidungsfähigkeit und Intensitätsempfinden.

Unser Augen sind im Tageslauf immer länger auf Bildschirme gerichtet. Die dauerhafte Fixierung auf einen begrenzten Bildausschnitt und die immer gleiche Entfernung führt zu einem eingeschränkten Blickwinkel und dem stetigen Nachlassen der Fokusierungsfähigkeit des Sehapparates.

Unsere Ohren werden zwar mit einer immer reicher werdenden Vielfallt an Musik erfreut, doch bewirkt der steigende Konsum durch die in ihrer Frequenzbreite beschränkten Geräte in ähnlicher Weise auf das Gehör, wie schon bei den Augen beschrieben.

Auch der Geruchssinn orientiert sich immer weniger an natürlichen Aromen. Dies scheint in unserer Umgebung nicht mehr überlebenswichtig, führt jedoch auch hier langfristig zu einem Rückgang der Beurteilungsfähigkeit von Gerüchen bei einem Großteil der Menschen.

Bedenkt man dazu, dass sogenannte Synästhesien, Verknüfungen der Sinne, erst zur vollständigen Ausschöpfung unserer sinnlichen und geistigen Möglichkeiten nötig sind, werden die möglichen negativen Folgen der Einschränkungen unserer Sinne für die Intelligenzentwicklung der Menschheit erahnbar.

Sprachliche Redewendungen, die auf die Beteiligung von Sinnesemfindungen an geistigen Prozessen hinweisen, können dies verdeutlichen.

Erfolgreiche oder Gefahren ausgesetzte Menschen brauchen für Entscheidungen den richtigen Riecher!
Mögliche Warner oder Verbesserer auf allen Gebieten, von Politik bis Wissenschaft sollten ein offenes Ohr vorfinden, Gehör finden, Liebende erhört und Lösungen aller Art stimmig sein. Um in Beziehungen angemessen zu reagieren, brauchen Menschen die Fähigkeit, den richtigen Ton zu finden oder die Untertöne eines Gesprächs herauszuhören.
Auch Fingerspitzengefühl, menschliche Wärme im Kontakt sind unerlässliche Fahigkeiten in einer Gemeinschaft. Wer zupacken kann, wenn er sich feinfühlig an etwas Neues heran getastet hat, wird positivere Resultate bei seinen Handlungen erzielen. Begreifen und Verstehen sind unerlässliche Grundlagen des Lernens.
Menschen fühlen sich wohler und sind leistungsfähiger, wenn der Ton,der Wandfarbe, sei er warm oder kalt, stimmig zu ihrer Tätigkeit oder Befindlichkeit passt. Gesellschaftlich anerkannte Handlungen und Motive sind ruchlos und das Aussehen des erwählten Partners süß.

Unsere Sprache ist voll von Hinweisen, dass die uneingeschränkte Funktionsfähigkeit unsere Sinne ausschlaggebend für alle unsere Fähigkeiten ist.

Damit wirken sich diese natürlich auch, über die Bewertung der Informationen, die wir von unsere Umwelt erhalten, wesentlich auf die Ausprägung und Steigerung unserer geistigen Fähigkeiten aus.

Ich finde diese Zusammenhänge und die mögliche Auswirkungen bei deren Beachtung oder Ignoranz auch und gerade in unserer technisch hochentwickelten Welt für so wichtig, dass ich deshalb den Intelligenzbegriff um das Wort Sinn bereichern möchte.
*****har Paar
41.020 Beiträge
Gruppen-Mod 
Neben emozionale und soziale Intelligenz nun auch eine sinnliche Intelligenz zu stellen, gefällt mir. Sexuelle Intelligenz wurde ja auch schon propagiert.

Sehr interessante Betrachtung, lieber Olaf!

Heinz
*******an_m Mann
3.831 Beiträge
Vollste Zustimmung, Olaf!

Ein Nachtrag zur Desensibilisierung des Gehörs:

Es scheint zwar so, als ob wir immer mehr akustische Reize bekommen, aber das liegt zum Großen Teil an der Verfügbarkeit von Musik durch die sich ausbreitenden Verwendung von Abspielgeräten wie Handys, MP3-Playern und 24-stündiger Beschallung nach südamerikanischem oder asiatischem Vorbild.

Vor einer Weile gab es einen interessanten Artikel zu diesem Thema in der c't (für die nicht erleuchteten: das ist die Computerzeitschrift in Deuschland *g*).

Wenn ich mich richtig erinnere, ging es vorrangig um Audiokompressionsverfahren, aber auch ausgiebig darum, dass Musik in den letzten Jahren/Jahrzehnten in der Produktion immer weiter verflacht wird.

An den Frequenzgraphen von Musikstücken wurde gezeigt, dass alte Stücke (zB "Stairway to Heaven") deutlich mehr Wechsel von laut und leise, schnell und langsam enthalten - der Hörer hatte also ein umfangreiches, den Hörsinn forderndes (und bildendes) Erlebnis. Die Frequenzbilder waren Wellenförmig mit Höhen und Tiefen. Bilder von heutigen Stücken sehen eher aus wie ein mit Schraffur ausgefülltes Rechteck oder ein Kamm.

Den meisten fällt das nicht auf (mir zumindest nicht), Musiker bemerken das aber, so wie uns hier wohl eine Verflachung von Sprache oder Wechsel im Schreibstil von Zeitungen und Autoren eher auffällt als anderen.
Danke, christian und Anthagar
für eure Komentare!

Zu jedem Sinneskanal hätte ich noch etwa fünf Seiten schreiben können.
Über die möglichen Auswirkungenauf Intelligenz, von welcher Seite auch immer sie betrachtet wird, individuel wie soziologisch, Bände füllen.
Untersuchungen und Studien gibt es dazu wahrscheinlich in Hülle und Fülle.
Doch für einen Gedankenanstoß fand ich meine Zeilen schon lang genug.
Dass solches Wissen von Oben in unser Bildungs- oder Wirtschaftssystem eingebracht wird oder gar in der Gestaltung der Gesellschaft, wage ich zu bezweifeln.
Deshalb liegt es mir am Herzen, Möglichkeiten zu finden, diese Inhalte und die dazugehörigen Erfahrungen so vielen Menschen wie möglich zugänglich zu machen.
Konkret sind dies die ersten Gedanken zu meiner Trainerprüfung im November.
Wer hier eingängige Übungen kennt, die intelektuelle Inhalte sinnlich erfahrbar machen, wird mir eine große Freude bereiten, so er sie mir hier oder per CM zukommen lässt.

Dank auch den Daumenhebern! Olaf
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